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Konzertsaison 2010/11

Konzertsaison 2011/12



3. Abokonzert 26.01.2012 | Konzerthaus der HfM Detmold | 19.30 Uhr

Alfredo Perl und das Detmolder Kammerorchester

Quelle: Lippe aktuell, Kulturteil, 01.02.2012, Autor: P. Kluge

Herkulesaufgabe gemeistert



Detmold (pk). Wnn ein Pianist die im Jahre 1802 erstmalig veröffentlichten 15 „Eroica-Variationen“ op. 35 von Ludwig van Beethoven, mit
denen das Konzert im voll besetzten Detmolder Konzerthaus eröffnet wurde, mit seinen komplexen, effektvollen, teilweise verspielten und elegischen, aber auch hochvirtuosen und dramatischen Variationen mit glühender Emphase vorgetragen hat (zirka 30 minuten!), freut er sich sicherlich zu Recht zunächst einmal auf eine ausgiebige Konzertpause. Nicht so bei Alfredo Perl, dem international preisgekrönten Pianisten
und Solisten des Abends, der direkt im Anschluss an seinen beeindruckenden pianistischen Soloauftritt sofort wieder auf der Bühne erwartet wurde, und zwar diesmal als dirigent des Detmolder Kammerorchesters, dessen künstlerische Leitung er seit der Saison 2009/2010 übernommen hat.

Das Detmolder Kammerorchester, ausschließlich mit jungen berufsmusikern besetzt, musizierte unter Perls Leitung Beethovens
Sinfonie Nr. 2 D-dur op. 36, die nach Karsten Hens „ein wenig mit Mozarts Glanz in den Augen“ komponiert wurde, aber dennoch zu den großen Schöpfungen im „Beethoven-gebirge“ zählt. Die Realisierung dieses orchestralen Glanzes war sicherlich vorrangig dem hochdynamischen Dirigat Perls zu verdanken, der mit überzeugend ausgewogenen Tempi alle kompositorischen Nuancen facettenreich zum Ausdruck bringen konnte und die Professionalität und das Feuer seiner jungen Musiker auf höchste Niveauebenen katapultierte. Großartig,
der zarte, weiche Schmelz des „Larghettos“, das anmutig dargeboteene „Scherzo“, alle filigranen und äußerst präzisen Dialoge von Streichern und Bläsern – die Oboen klangen zauberhaft – und das zügig, aber dennoch durchsichtig musizierte „Allegro molto“ mit seinen perfekt gespielten, stellenweise virtuosen Passagen. Wer nun aber als Zuhörer glaubte, Alfredo Perl könne sich nach diesen gelungenen musikalischen Mammutaufgaben im ersten Teil des konzertes nun etwas entspannter zurücklehnen, rieb sich verwundert die Augen, denn nach der Pause stand Beethovens Klavierkonzert Nr. 3 c-Moll op. 37 auf dem Programm, und zwar mit dem Solisten und dirigenten Perl in Personalunion! Diese zur Zeit Bachs häufig anzutreffende Aufführungspraxis bedeutet sicherlich für ein klassisches Solokonzert dieser Komplexität eine nicht geringe musikalische Herausforderung, die Perl aber mit einem engagierten und präzisen Dirigat – stehender und sitzender Weise – vom Klavierhocker aus und teilweise auch während seiner professionellen vorgetragenen Klaviersoli – mit dem Kopf oder einer gerade freien Hand – brillant meisterte.

Das nach langer Entstehungsgeschichte erstmalig am 5. April 1803 aufeführte Werk (Beethoven am Hammerflügel) behandelt hier als kompositorisches Novum Orchester und Solist als gleichwertige Partner und verpflichtet sie gemeinsam auf eine überwiegend sinfonische Stilrichtung. Ein schlichtes Grundthema „Allegro con brio“ wird hier zum Bewegungsursprung dieses ausgesprochen rhythmischen Satzes, den Alfredo Perl und das Detmolder Kammerorchester mit feuriger Verve vortrugen, abgerundet durch eine ausdrucksvolle, virtuose Kadenz des Solisten. Beeindruckend leitete Perl mit seinem Pianosolo den zweiten Satz („Largo“) kantabel ein, gefolgt von seinen perfekt und ebenso sensibel „antwortenden2 Orchestermusikern, alles in ausgeglichenem, für diesen Satz optimalen Metrum mit wunderschönen berührenden
Dialogen von Streichern, Holzbläsern und Klavier. Wenn auch die Orchesterbesetzung mit nur zwei Kontrabässen eine gewisse Unter-repräsentierung der tiefen Register bedeutete und die im Programmheft angekündigten Naturhörner kurzerhand durch normale Ventilversionen ersetzt wurden, bleibt zu hoffen, dass die Tonmeister der Musikhochschule dieses grandiose Konzert für die Nachwelt als Mitschnitt erhalten haben.



3. Abokonzert 26.01.2012 | Konzerthaus der HfM Detmold | 19.30 Uhr
Quelle: Lippische Landezeitung, Autor und Foto: Stefan Kahle, 28.01.2012

Ernten begeisterten Applaus




Detmold (ska). Drittes Abo-Konzert des Detmolder Kammerorchesters: Drei Werke von Ludwig van Beethoven standen am Donnerstag,
26. Januar, im Konzerthaus auf dem Programm des Abends.
Die drei Werke  schrieb Beethoven in den Jahren von etwa 1800 bis 1803 mit Anfang 30. Er war zu diesem Zeitpunkt bereits ein berühmter Komponist und Interpret, doch war die Krankheit, die ihm das Gehör rauben sollte, schon voll ausgebrochen.

Alfredo Perl eröffnete das Konzert mit den 15 Variationen einer Fuge in Es-Dur op. 36, später die "Eroica-Variationen" genannt. Perl nahm
am Bösendorfer-Flügel Platz, und nach einem Moment der Sammlung ertönte wie ein Fanal ein Es-Dur-Akkord im Fortissimo; dann folgten
die Zuhörer dem Pianisten durch die 15 Variationen. Lyrische Passagen von intensiver Zartheit folgen auf virtuose Ausbrüche, Oktavdonner, die dramatische dreistimmige Fuge in der letzten Variation: Alfredo Perls Spiel war kraftvoll, klar und von großer Intensität, in den Piano-Melodiebögen in den hohen Lagen wie im mächtigen Forte.

Nach den Variationen wechselte Perl ans Dirigentenpult, denn es stand die 2. Sinfonie in D-Dur auf dem Konzertprogramm. Beethoven
hatte die Sinfonie vor seinem Zusammenbruch im Jahre 1802 fertig gestellt, als er noch an eine Heilung glaubte, was ihren positiven Gesamtcharakter erklären kann. Feierlich erklang die langsame Einleitung zum ersten Satz, dann das schnelle "Allegro con brio": Das Kammerorchester spielte nuanciert mit einem transparenten Gesamtklang, und gestaltete die dynamischen Wechsel präzise und ausdrucksstark; ein besonderes Lob den Musikern an den Naturtrompeten, die ihre heikle Aufgabe mit Bravour meisterten.

Im zweiten Satz "Lahrghetto" wechselt die Stimmung, und Perl ließ das Orchester die Melodiebögen mit lyrischen Ton aussingen.
Nach dem3. Satz "Scherzo" folgte der letzte Satz "Allegro molto", in dem Perl ein sehr rasches Tempo wählte, und den Musikern furiose Virtuosität abverlangte. Das Orchester folgte seinem Dirigenten, ohne an Präzision zu verlieren, und gestaltete das beeindruckende Finale
klar  und scharf umrissen.

Nach der Pause vereinten sich Pianist und Orchester zum 3. Klavierkonzert in c-Moll. Perl zeigte in den drei Sätzen eine enorme Breite künstlerischen Ausdrucks, und machte das Konzert zu einem eindrucksvollen Erlebnis. Wiederum kraftvolle Virtuosität, in der Kadenz des ersten Satzes ein fast zorniges Forte, gefolgt von flirrend hellen Trillern in der hohen Lage. Im langsamen zweiten, in Es-Dur stehenden Satz spielte er die romantisch gehaltenen Melodiebögen mit zarter, fast schmerzlicher Empfindung, die Auszierungen mit leuchtender Klarheit. Zupackend und virtuos der dritte Satz, der mit einer Wendung ins helle C-Dur endete.

Das Publikum reagierte mit begeistertem Applaus und Bravorufen, es bedankte sich für einen Abend mit großartiger Musik, einem
wunderbaren Orchester und einem großartigen Solisten.



Der Dirigent beflügelt
Quelle: Südwest-Presse – Neckar Quelle, 14. Januar 2012, Nr. 1, Autor: Peter Schinnerling

„Detmolder Kammerorchester“ begeistert das Publikum beim Meisterkonzert

Zwei Pianisten, der jüngere gleichzeitig Dirigent, prägten das dritte Meisterkonzert (großer Zyklus) mit dem „Detmolder Kammerorchester“,
das vor mehr als 20 Jahren aus dem sehr bekannten „Kammerorchester Tibor Varga“ (ebenfalls Detmold) hervorging.
Villingen-Schwenningen. Auf dem Programm in Villingen standen zwei Klavierkonzerte von Mozart – darunter das „Doppelkonzert“ für zwei Klaviere und Orchester – sowie die bedeutende „Sinfonie Nr. 40 g-Moll“ im Gegensatz zu den „jugendlichen“ Klavierkonzerten ein „Spätwerk“ des Komponisten hier stand der Chefdirigent Alfredo Perl persönlich am Pult.

Das „Konzert Nr. 10 Es-Dur“ für zwei Klaviere und Orchester entstand Anfang 1779 als Schwesternwerk zu der „Sinfonia concertante Es-Dur“ für Violine, Viola und Orchester. Das Klavierdoppelkonzert komponierte Mozart für sich und seine Schwester Nannerl, die ebenfalls eine vorzügliche Pianistin war. Im Franziskaner-Konzerthaus saßen Alfredo Perl, der auch dirigierte, und „Altmeister“ Gerhard Oppitz an den Flügeln.

Das Hauptthema des „Allegro“-Satzes erschien (wie bei dem früher komponierten KV 271) in sich dualistisch; die kantable „Antwort“ auf die „Anfangsfanfare“ gewann im Satzverlauf große Bedeutung, trat in der Reprise auch in Moll auf. Das „Andante“ (B-Dur) zeigte eine subtile Instrumentierung der Holzbläser, wie wir sie auch bei späteren Klavierkonzerten und anderen Werken vorfinden. Im sehr schnell genommenen Finalrondo fiel wieder mehr die virtuose Komponente bei lebhaftem Wechselspiel aller Beteiligten auf. Auch hier gab es eine virtuose Kadenz für vier Hände.

Im Sommer 1788 komponierte Mozart innerhalb von zwei Monaten seinen letzten drei Sinfonien in Es-Dur, g-Moll und C-Dur („Jupitersinfonie“). Ob es einen „Auftrag“ für dieses Trias gab, ist unbekannt. Jedenfalls führen diese späten Werke Mozarts auf direktem Wege zu Beethovens Sinfonik. Bernd Boie schrieb im Programmheft eine gute Analyse der hier tadellos gespielten „Sinfonie Nr. 40 g-Moll“ (KV 550); Alfredo Perl war auch hier sehr beweglich und beflügelte seine Musiker mit dem abschließenden Motto „Ganz große Musik des ganz großen Wolfgang Amadeus Mozart“. Es gab Riesenapplaus!

Nach der Pause spielte Gerhard Oppitz das Klavierkonzert Nr. 9 Es-Dur. Im Januar 1777 entstand dieses jugendliche Konzert für die auf der Durchreise in Salzburg auftretende Pianistin Jeuenhomme/Jenomy mit einem originellen, zukunftsweisenden Kopfsatz: das Soloinstrument mit Gerhard Oppitz wird unmittelbar nach der Eröffnungsfanfare des Orchestertuttis eingesetzt, erst danach beginnt die eigentliche Exposition des Orchesters. Mozarts Fantasie in der Ausbildung von motivischen Varianten ist unerschöpflich! Die kantable „Antwort“ auf die Anfangsfanfare gewann im Satzverlauf große Bedeutung, trübte sich auch in Moll ein. Nach dem besinnlichen langsamen Satz zeigte das Finalrondo wirkungsvoll wieder die virtuose Komponente, abgesehen von dem eingeschobenen „Menuetto“.

Das Publikum war begeistert von der Zusammenwirkung von Solist und Orchester mit dem überlegenen Alfredo Perl als Dirigent, konnte aber keine Zugabe bewirken.



3. Abokonzert 26.01.2012 | Konzerthaus der HfM Detmold | 19.30 Uhr
Quelle. Lippische Landezeitung, Autor: Barbara Luetgebrune, 14.01.2012

Wie zu Beethovens Zeiten
Im Kammerorchester-Konzert erklingen Naturtoninstrumente

Detmold. Im dritten Abokonzert des Detmolder Kammerorchesters am Dienstag, 26. Januar [Donnerstag, 26. Januar. Anm. d. Red. DKO], kommen in der Blechbläserriege als Besonderheit Naturtoninstrumente zum Einsatz. Hornisten und Trompeten spielen auf Instrumenten,
die nicht wie ihre heutigen Pendants mit Ventilen ausgestattet sind.

Einige der heutigen Nachbauten dieser Naturtoninstrumente haben zumindest Grifflöcher, um Intonationsschwierigkeiten auszugleichen, aber generell gilt, so erklärt Trompeter Fabian Kuhnen: „Die Intonation wird über den Ansatz, die Lippenspannung reguliert. Das ist natürlich ungleich viel schwerer, als wenn man auf einer modernen Trompete spielen würde.“ Er lacht. „Ein bisschen so wie russisches Roulette.“
Dennoch kam die Idee, in den Beethoven-Kompositionen, die im Konzert erklingen, die Naturtoninstrumente einzusetzen, aus den Reihen der Bläser höchstselbst. „Wir haben das vorgeschlagen, weil es für uns in einiger Hinsicht auch angenehmer ist – die Stücke sind immerhin für diese Instrumente geschrieben, sagt Fabian Kuhnen. Das Schöne an den Trompeten und Hörnern im Stil der Barockzeit sei, dass sie – vor allem in bestimmten Lagen – sehr viel weicher klängen. So, erläutert Trompeter Matteo Scurci, müssten sich die Bläser auch nicht über Gebühr zurücknehmen – das komme dem Gesamtklang besonders im Zusammenspiel mit einem Kammerorchester entgegen. Und Hornist Edoardo Pirozzi ergänzt: „Wichtig für die Zuhörer ist es, dass sie nicht durchweg ‚saubere‘ Töne erwarten. Sie sollten vielmehr diesen ‚alten‘, diesen besonderen Klang genießen.“

Auf dem Programm des Konzertes am 26. Januar, das um 19.30Uhr im Konzerthaus beginnt, stehen Ludwig van Beethovens „Eroica“-Variationen für Klavier op. 35, seine Sinfonie Nr. 2 op. 36 und sein Klavierkonzert Nr. 3 op. 37. Die Leitung hat Alfredo Perl, der auch den Klavierpart übernimmt. Tickets kosten je nach Platzkategorie 20,16 oder 12 Euro. Karten im Vorverkauf gibt es in allen LZ-Geschäftsstellen.
Bis zum Saisonende stehen dem Publikum dann noch vier weitere Konzerterlebnisse in Aussicht. Dazu bietet das Detmolder Kammerorchester ein verkürztes Abonnement zu – je nach Platzkategorie – 70, 55 oder 40 Euro an. Informationen erteilt das Orchestermanagement unter (05231) 3 16 03. (blu)



Meisterkonzert 12.01.2012 | Franziskaner Konzerthaus Villingen-Schwenningen | 20.00 Uhr

Tadellos gespielte Mozart-Werke
Quelle: Südkurier, Autor: Peter Schinnerling, 14.01.2012


Zwei Pianisten, der jüngere gleichzeitig Dirigent, prägten das dritte Meisterkonzert (großer Zyklus) mit dem „Detmolder Kammerorchester“,
das vor mehr als 20 Jahren aus dem sehr bekannten „Kammerorchester Tibor Varga“ (ebenfalls Detmold) hervorging. Auf dem Programm in Villingen standen zwei Klavierkonzerte von Mozart – darunter das „Doppelkonzert“ für zwei Klaviere und Orchester – sowie die bedeutende „Sinfonie Nr. 40 g-Moll“ im Gegensatz zu den „jugendlichen Klavierkonzerten ein „Spätwerk“ des Komponisten – hier stand der Chefdirigent Alfredo Perl persönlich am Pult.

http://www.suedkurier.de/region/schwarzwald-baar-heuberg/villingen-schwenningen/Tadellos-gespielte-Mozart-Werke;art372541,5323264



Meisterkonzert 12.01.2012 | Franziskaner Konzerthaus Villingen-Schwenningen | 20.00 Uhr

Die Seele kann durchatmen
Quelle: Schwarzwälder Bote, Autor: Siegfried Kouba, 13.01.2012



Zwei, die sich bestens verstanden: der bekannte Pianist Gerhard Oppitz (links) und Dirigent Alfredo Perl. Mit ihren Klavierproduktionen gewannen sie die Herzen des Publikums im Villinger Franziskaner Konzerthaus. Foto: Kouba Foto: Schwarzwälder-Bote
(Von Siegfried Kouba) Villingen-Schwenningen. Mit einem klassischen Programm wartete das Detmolder Kammerorchester im Franziskaner auf. Es war der Abend Mozarts und der Pianisten: des äußerst sensitiv spielenden Gerhard Oppitz und des mit markantem Anschlag ausgestatteten Dirigenten Alfredo Perl. Das Orchester zeichnete sich aus durch homogenen Klang, feinfühlige Streicher und herausragende Bläser (nur bei den Hörnern gab es kleine Unebenheiten), wobei der Preis der ersten Oboistin zustand. Die internationalen Musiker brachten das nötige Gespür für Mozart mit. Sie loteten die Tiefgründigkeit der Werke mit äußerst disziplinierter Dynamik und perfekter Technik aus.
Eingebettet in zwei Klavierschöpfungen in der freundlich-weichen Tonart Es-Dur erklang die Sinfonie Nr. 40 in g-Moll. Sie entstand 1788, ein eher wehmütig-melancholischer Akzent. Fiebrig hetzen die Streicher im ersten Satz dahin, dunkle Bässe unterstreichen Schwermut bei gewisser Verspieltheit. Das ästhetische Musizieren machten den Eingang mit dramatisch-dynamischen Steigerungen zum Genuss. Präzise Zeichengebung und der elegante Dirigierstil rissen die Orchestermitglieder mit, die unverbrauchten Schwung vermittelten. Entrückt das Andante, das durch lebendige Staccati und satte Legatopassagen gewann. Mit großer Frische wurde das Menuetto musiziert, und bewundernswert waren Flöte, Oboe und Fagott beim Trio. Deutlich wurden die Themen des Finales bei gehörigem Tempo verwirklicht.

Gerhard Oppitz, der "große stille Meister" am Flügel, durfte beim Jeunehomme-Klavierkonzert (jetzt Jenamy-Konzert) bewundert werden. Seine ehrlichen Empfindungen, die Reife des Spiels und das liebevolle Streicheln der Tastatur vermittelten wohlige Gefühle. Trillerketten gelangen perfekt, Verzierungen kamen genussvoll herüber, schwelgende Passagen, in denen jede Note ausgekostet wurde (Andantino), gewannen, intensive Läufe und harfenähnlicher Klang (Rondo), herrliche Arpeggien (Menuett) und ein rasantes Tempo des Finalsatzes ließen aufhorchen.
Keine Wünsche ließ auch das Konzert für zwei Klaviere KV 365 offen, wobei Alfredo Perl am Piano mit überschäumendem Temperament glänzte und ferner seinen Dirigierpart mit äußerst intensivem Agieren ausstattete. In Gerhard Oppitz hatte er einen gefühlvollen Partner, und das Orchester griff alle thematischen Vorgaben auf. Die Korrespondenz war beispielhaft und bewundernswert das kongruente Spiel der beiden renommierten Pianisten.

Ausladend der Kopfsatz mit den bestimmenden Themen des ersten Klaviers, die durch das zweite Instrument weitergeführt wurden. Die Klangbilder auf wunderbaren Konzertflügeln wurden im Andante fortgesetzt, das mit Spannung angegangen wurde. Bestens wurde ein inniger Dialog zwischen Klavieren und Bläsern geführt – ein Satz, bei dem die Seele durchatmen konnte. Das wetteifernde Rondo bot lebhafte Spielfreude.



(Lippische Landeszeitung, 27. Januar 2011)





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