Frank-Michael Erben, Violine

Frank-Michael Erben entstammt einer Leipziger Musikerfamilie und begann im Alter von fünf Jahren mit dem Violinspiel. Bereits als Siebenjähriger wurde er an der Hochschule für Musik „Felix Mendelssohn Bartholdy“ in Leipzig aufgenommen. 1987 schloss er dort sein Violinstudium in der Klasse von Prof. Klaus Hertel ab. Auf Einladung von Kurt Masur, musizierte Frank-Michael Erben erstmals 1986 als Solist mit dem Gewandhausorchester (Saint-Saëns Introduktion und Rondo Capriccioso) und wurde, einundzwanzigjährig, zu dessen 1. Konzertmeister gewählt.

Unter Dirigenten wie Sir Neville Mariner, Kurt Masur, Herbert Blomstedt und Riccardo Chailly spielte er u.a. Violinkonzerte von Mozart, Beethoven, Mendelssohn, Bruch, Tschaikowsky, Sibelius. Mit Mendelssohns Violinkonzert e-Moll gastierte er mehrfach als Solist auf Tourneen des Gewandhausorchesters (Stuttgart Liederhalle, München Gasteig, Frankfurt Alte Oper, Mannheim Rosengarten, Eindhoven Philips Muziekcentrum, Rotterdam Konzerthalle De Doelen, Santiago de Compostella Auditorio Galicia, Linz Brucknerhaus). Darüber hinaus erfolgten Einladungen u.a. zum Athen State Orchestra (Beethoven Trippelkonzert), Orchestre Teatro Municipal Santiago Chile (Brahms Doppelkonzert), Herzliya Orchestra Tel Aviv (Mendelssohn).

2001 brachte Frank-Michael Erben das ihm gewidmete Violinkonzert von Olav Kröger, mit dem Gewandhausorchester unter Dimitri Kitajenko zur Uraufführung.

Mit dem Gewandhausorchester unter Kurt Masur und F.-M. Erben als Solist erschien das e-Moll Violinkonzert von Mendelssohn auf DVD (EuroArts), sowie die Carmen Fantasie von Sarasate als CD live recording (Polyphon).

Mit seinen Duo Partnern Ragna Schirmer, Bernd Glemser und Alfredo Perl entstanden Zyklen sämtlicher Violinsonaten von Mozart, Beethoven, Schubert, Mendelssohn und Schumann.

Frank-Michael Erben gibt regelmäßig Meisterkurse für Violine und Kammermusik, darunter Wichita State University USA, Geidai Universität Tokyo, Shanghai Symphony Orchestra Institut, Beethoven-Haus Bonn. Das Kirishima Musikfestival in Japan berief ihn zum Gastprofessor.

Von 2005–2009 unterrichtete er im Lehrauftrag an der HfMT Leipzig „Felix Mendelssohn Bartholdy“ in den Fächern Violine und Kammermusik.

2007 wurde Frank-Michael Erben zum 1.Konzertmeister des Bayreuther Festspielorchesters berufen.

Der Künstler spielt auf einer Violine des italienischen Geigenbauers J. B. Guadagnini (Mailand) aus dem Jahre 1755.

Seit 1993 führt Erben auch das traditionsreiche Gewandhaus-Quartett (gegründet 1808). Über 800 Tourneekonzerte führten seither das Quartett in viele Musikzentren Europas (Paris, London, Madrid, Brüssel, Luxemburg, Amsterdam, Athen, Zürich, Rom, Prag, Berlin), nach Nord und Südamerika, Japan und China.

Es entstanden über 20 CD Produktionen mit Streichquartetten von Haydn (op. 76, 2–4), Schostakowitsch (op. 73), Prokofiev (op. 92), Strawinsky (3 Stücke), Spohr (Konzert f. Streichquartett und Orchester), Schubert (Streichquintett), Schumann (Klavierquartett- und quintett), Mendelssohn (Sextett), sowie Gesamtaufnahmen der Streichquartette von Mendelssohn und Schumann. Für die Edition sämtlicher Streichquartette von L. v. Beethoven beim Label NCA, erhielt das Gewandhaus-Quartett 2004 den Jahrespreis der deutschen Schallplattenkritik. Die Zeitschrift „Klassik heute“ zählt das Gewandhaus-Quartett zu den „führenden Streichquartett-Ensembles der Welt“.

Die vier Musiker konzertierten in Privataudienz vor dem japanischen Kaiser Akihito und dem britischen Thronfolger Prinz Charles. Altbundespräsident Roman Herzog begleiteten sie auf dessen letzten Staatsbesuch (Südamerika) mit einem Galakonzert im Teatro Colon (Buenos Aires). Auf Einladung des spanischen Königshauses gab das Gewandhaus-Quartett im Palacio Real wiederholt Konzerte auf einem im Jahr 1709 von Antonio Stradivari gebauten Instrumentenquartett aus dem Besitz der spanischen Königsfamilie. Mit der japanischen Fernsehgesellschaft NHK entstanden Filmaufnahmen u.a. F. Schubert „Der Tod und das Mädchen“.

Für EuroArts International produzierte das Gewandhaus-Quartett die DVD „W.A. Mozart – Famous String Quartets“ (KV 378, 465, 575, sowie KV 525 „Eine kleine Nachtmusik“).

Musikalische Partner in den Konzerten des Quartetts waren u.a. YoYo Ma, Sabine Meyer, Elisabeth Leonskaja, Alfred Brendel, Rudolf Buchbinder, Alfredo Perl, Lars Vogt, Valentin Erben, Julian Rachlin, und Menahem Pressler.

2012 wurde das Gewandhaus-Quartett zum Ehrenmitglied des Vereins des Bonner Beethoven Hauses gewählt. 2014 erhielten die vier Musiker den „Internationalen Mendelssohn Preis“ der Stadt Leipzig.

In den vergangenen Jahren trat Frank-Michael Erben auch verstärkt als Dirigent in Erscheinung. Gastdirigate führten ihn zum Leipziger und Hallenser Akademischen Orchester, dem Gewandhausorchester, dem Herzliya Chamber Orchestra (Israel), dem Royal Scottish National Orchestra, der Magdeburger Philharmonie, dem Detmolder Kammerorchester sowie der musikalischen Komödie Leipzig. 2009 wählte ihn das Leipziger Symphonieorchester zu seinem Chefdirigenten. Diese Funktion hatte er bis 2014 inne.